Gaudium zur Purg in Purgstall an der Erlauf

4.9. - 6.9.2015


Warum Purgstall?

Wir waren fast von Anfang an in Purgstall dabei. Nicht beim allerersten Fest, aber bereits beim zweiten. Und dann bei einigen weiteren, bevor erst wir und dann die Fest-Orga eine Pause eingelegt haben.

Und Purgstall war IMMER außergewöhnlich.

Anfangs hätte ich wohl nicht sagen können, warum genau das so war. Inzwischen glaube ich, dass eine Menge Dinge zusammen spielen.

In diesem Jahr wurde das Fest dann endlich wieder aufgenommen, wir waren dabei und ich konnte meine 'Purgstall-Theorie' testen. Warum ist das Gaudium zur Purg also was Besonderes?

Die Hauptrolle spielt sicher das Gelände an sich. Der Schlosspark ist großzügig, aber nicht riesig, das Gelände offen, aber immer wieder von alten Bäumen und kleinen Hügeln gegliedert. Die Atmosphäre ist … heimelig. Das Wort trifft es vielleicht am Besten. Man fühlt sich schnell zuhause.

Und dann ist da die Tatsache, dass Besucher wirklich nur zu Besuch da sind. Das Gelände ist durch ein Wäldchen, eine Mauer und Hecken von der Außenwelt getrennt und wenn das Fest vorbei ist, dann gehen die Leute.

Bitte versteht mich nicht falsch, ihr Festbesucher da draußen! Ihr seid herzlich willkommen – ohne euch gäbe es das Fest schließlich nicht! Und wir freuen uns über euch, eure Fragen, euer Interesse und darüber, dass ihr uns sehen wollt. Überraschend viele von euch haben sogar dem nass-kalten Samstag getrotzt, und das will was heißen!

Und trotzdem ist es wie bei jedem Besuch, auch bei dem, den man wirklich gern hat: wenn man die Tür zumacht und der Trubel nachlässt, wird das Zuhause-Gefühl noch stärker.

Eine Rolle spielt auch das Wetter. Purgstall findet immer Anfang September statt. Eine Zeit, in der die größte Hitze vorüber und selbst in der letzten Sommerwärme der Herbst schon zu spüren ist. Es wird deutlich früher dunkel und die Nächte sind oft schon recht kühl. Die Stimmung ist anders als zu jeder anderen Zeit in der Saison.

In diesem Jahr hat der Spätsommer alle Stückerln gespielt. Am Freitag war es gemütlich warm und voller weichem Spätsommerlicht. Der Samstag hat den Herbst gebracht: Dauerregen und eine überraschende Kälte. Im Laufe des Sonntags ist dann der Sommer zurückgeschlichen und hat den Nachmittag mit Sonne gefüllt.

Gelände, Wetter … alles Punkte, die bei jedem Markt vorkommen, auch wenn Purgstall in beiden Fällen etwas Besonderes zu bieten hat.

Dann bleibt natürlich als dritter Faktor der Markt an sich. Purgstall ist gut. Das war es immer schon. Überdurchschnittlich gute Gruppen, Händler, Marktatmosphäre.

Auch wenn ich hier keinen Marktbericht als Solchen schreiben möchte, sind das doch Dinge, die Purgstall eben auch außergewöhnlich machen. Man bemüht sich. Alle tun das und haben Erfolg damit. Von der Festgestaltung angefangen, über die Gruppen und ihre Ausstattung bis zum Angebot der eingeladenen Händler.

Unser Lager mit Feuerstelle und Sonnensegel
Unser Lager mit Feuerstelle und Sonnen- (bzw. dieses Mal Regen-)segel.

Was bleibt noch? Der ganz persönliche Wohlfühlfaktor Nummer Eins natürlich: die Gesellschaft. In Purgstall waren immer viele von uns dabei und wir hatten immer ein recht großes Lager.

In diesem Jahr haben wir das größte Lager bisher aufgebaut: sechs Zelte, großes Sonnensegel, drei Tische, sechs Bänke. Mit dabei waren (außer mir und René): Antje und Willi, Ingmar und Margien, Alex, Christian und Lisa und Griff und Nicky. Margien und Lisa haben sich in Purgstall das erste Mal in ein ganzes Wochenende Mittelalter getraut – trotz des Wetters eine gute Erfahrung, wie mir beide versichert haben.

Es war eine harmonische, gemütliche, hilfsbereite Gruppe. Wie gesagt: der persönliche Wohlfühlfaktor Nummer Eins!

Außerdem hatten wir eine MENGE Besuch von Verwandten und Freunden, so dass unser Lager selten nur von uns 'bewohnt' war. Purgstall ist halt auch so ein Markt, bei dem man Familie und Freunden ganz besonders gut zeigen kann, was unser Hobby ausmacht und wofür wir uns all die Mühe machen. Die einzigartige Atmosphäre lässt selten jemanden kalt.


Gerichtsverhandlung

In Purgstall hatten wir auch die einzige Gerichtsverhandlung in diesem Jahr. Das Wetter hätte uns fast einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber letztlich ging doch alles gut. Nur am Sonntag mussten wir den Gerichtskampf zwischen Griff und Ingmar (und damit den Fall mit dem Pferd) ausfallen lassen, weil der Boden zu glatt und matschig war um sicher darauf kämpfen zu können.

Die Seite über die Gerichtsverhandlung im Programmheft
Die Seite über die Gerichtsverhandlung im Programmheft.

Die Darsteller der Gerichtsverhandlung am Samstag
Die Darsteller der Gerichtsverhandlung am Samstag.

An dieser Stelle ein ganz großes DANKE an alle, die mitgemacht haben. Ganz besonders an die, die nicht zu Via Nostra gehören! Das waren:

  • Ute von den Salzburger Vogelfreyen als Bauer im Fall mit dem toten Pferd.
  • Sebastian von Sectio Artificerum als Händler und Gegner für Ute (am Samstag).
  • Sebius (Sebastian) von Tempus Milites als Verletzter mit einem Pfeil im Hintern.
  • Daniel Rainer von Tempus Milites als Bogenschütze am Samstag.
  • William (Daniel) von Tempus Milites als Baumeister und Sonntagsschütze.
  • Wolf von Tempus Milites als Baumeistergehilfe.
  • Martin von den Salzburger Vogelfreyen, der am Sonntag Sebastians Stelle als Händler einnehmen sollte. (Wozu es dann nicht gekommen ist, weil der Fall ja gestrichen werden musste. Trotzdem natürlich ein Danke für die Bereitschaft!).

Apropos Gerichtsverhandlung: wir waren ganz überrascht und natürlich auch begeistert, dass die Markt-Orga uns eine ganze Seite des Programms gewidmet hat. Vielen Dank dafür!


Sonnensegel die 2.

Vielleicht erinnert sich noch jemand an das gerissene Sonnensegel in Mattsee. Wir haben uns dann rasch ein Neues bestellt, das dann in Purgstall auch schon zum Einsatz gekommen ist.

Bis zum Sonntag, jedenfalls.

Ein bösartiger Windstoß und schon waren drei der Schlaufen sauber abgerissen! Im Nachhinein betrachtet war dann zu sehen, dass die Nähte für die Schlaufen höchst fragwürdig sind. Wir werden alle (auch die, die nicht gerissen sind) verstärken müssen, damit das nicht noch einmal passiert.

Das Sonnensegel war also (wiedermal) dahin. Zum Glück eben erst am sonnigen Sonntag. Am dauerregnenden Samstag wäre das eine Katastrophe gewesen.

Und als wäre das kaputte Sonnensegel nicht schon genug, ist ein Steher auch noch auf das Zelt unserer Nachbarn gefallen und hat ein Loch gerissen. Wiedermal Flick-Einsatz für mich und Antje. Das erste Mal haben wir ein aufgestelltes Zelt geflickt. Es hat sicher sehr seltsam ausgehen, denn Antje saß im Zelt, ich außerhalb davon und wir haben uns die Nadel durch den dicken Zeltstoff + Flicken (teilweise mit Hilfe von Zangen) zugereicht. Und, soweit wir das sagen können, war die Aktion auch erfolgreich. Es ist ein sehr schöner Flicken geworden, der das Zelt auch weiterhin dicht halten sollte.

Unser kaputtes Sonnensegel dann auch noch zu flicken hätte sich nicht ausgezahlt. Wir haben es also abgebaut und weggepackt. Letztlich war das vielleicht sogar ganz positiv, denn ein Wermutstropfen in Purgstall war und ist das sehr späte Marktende. Der Markt ist erst um sieben Uhr offiziell zuende – im Spätsommer bedeutet das, dass man auf jeden Fall teilweise im Dunkeln abbauen bzw. verladen muss. Selbst dann, wenn man schnell ist – und wir sind mit einer Stunde Abbauen für das gesamte, große Lager SEHR schnell! Wenn man dann aus irgendwelchen Gründen nicht ganz so rasch sein kann, steht man schnell in kompletter Dunkelheit. Vielleicht eine Anregung für die Orga: lasst uns doch eine Stunde früher Schluss machen! Dann kann man ein solch außergewöhnliches Fest auch bis zum Ende genießen.

Denn - und ich wiederhole mich hier sehr gerne - Purgstall IST außergewöhnlich.


Christa Schwab, 14.9.2015


Weiterführende Links

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