Burgbelebung Spilberg 2016

1.7. - 3.7.2016

Ich sage es gleich: was wir auf der Ruine Spilberg NICHT hatten, war ein Fotoapparat. Daher wird es zu diesem Bericht ausnahmsweise keine Galerie geben.

Dafür hatten wir von anderen Dingen eine Menge: Hitze, Besucher, alte Mauern, Gelsen und Spaß.

Antje, Willi, Ingmar, Alex, Christian, Lisa, René und ich waren dabei, und das erste Mal, als Marktpremiere, Patrick.


Schwieriger Lagergrund

Diesmal hat Christian die Orga für das Fest übernommen und hatte dabei mit außergewöhnlichen Bedingungen zu kämpfen. Weil das Tor zum Burghof, wo gelagert wurde, sehr schmal ist, passen die meisten Autos nicht durch. Dazu kommt ein schmaler, steiler Weg durch den Rest der Burg, der dann im Burghof mündet. Die beengten Bedingungen machten es unmöglich, mit dem Auto zuzufahren. Die gesamte Ausrüstung musste mit einem Traktor bzw. einem Geländefahrzeug mit Anhänger hinauf gebracht werden.

Man sollte meinen, dass das Chaos bedeutet aber es lief alles sehr ruhig ab.

Das lag daran, dass fast nur im Burghof gelagert wurde und daher schon einmal gar nicht so viele Gruppen da waren. Die Händler waren hauptsächlich am Fuß der Burg untergebracht.

Und dann hatten einige der Lagergruppen schon im Laufe der Woche aufgebaut. Als die ersten von uns dann also Freitagvormittag eintrafen, waren viele schon da. Es war ohne Probleme möglich, die Ausrüstung hinauf zu schaffen.

In einem Burghof zu lagern ist schon etwas Besonderes und ich glaube, für alle von uns eine Premiere. Auf der Ruine Prandegg oder bei früheren Märkten auf Aggstein haben wir ja vor der Burg gelagert.

Die Lager auf der verhältnismäßig kleinen Fläche unter zu bringen UND noch Platz für die Gastro und die Bühne zur Verfügung zu stellen, ist eine Leistung, die hervorgehoben werden muss. Besonders, weil man sich dabei nicht beengt gefühlt hat.

Unsere Zelte und unser Sonnensegel waren durch einen kleinen Abhang getrennt, was sehr malerisch ausgesehen hat – das Lager auf einem 'Sims', das Sonnensegel mit Bänken und Tischen darunter. Der Zugang zu den Zelten war dadurch aber auch schwer einsehbar und wir mussten den Zugang zu diesem Bereich absperren, was wir sonst ja sehr ungern tun.


Arbeitsreiches Fest

Alex und Ingmar als Burgwachen am Tor.
Alex und Ingmar als Burgwachen am Tor.
(c) Imago Nuntius

Doris und Martin.
Doris und Martin. Man sieht ihnen die Anstrengungen an, die hinter so einem Fest stecken.
(c) Imago Nuntius

Wir an den Tischen waren aber immer noch gut erreichbar – und DAS hat man gemerkt.

Für Kinder und alle Interessierten wurde ein Quiz angeboten, bei dem man Antworten an den verschiedenen Stellen des Festes sammeln konnte. Unsere Frage war "Was ist ein Wirtel?" Und ich habe das Wochenende hauptsächlich mit Spinnen, Erklären und Unterrichten verbracht. Erstaunlich, wie viele Leute das Spinnen wenigstens mal genau beobachten, wenn nicht sogar lernen wollten.

Für den Rest unserer Mannschaft war das Wochenende nicht weniger arbeitsreich. Mehrere Dienste am Tor als Wache, am Info-Stand, an der Kasse, beim Parkplatz und beim Gemeinschaftskochen haben keine Zeit für Langeweile gelassen.

Und hier kann und will ich mir Kritik nicht verkneifen: Wo war der Burgverein, der mehrere hundert Mitglieder hat? Wir haben alle gern geholfen, aber vieles davon wäre eigentlich nicht unsere Aufgabe gewesen. Es hätte vor Allem den Organisatoren eine Menge Nerven erspart, wenn die Hilfsbereitschaft von Seiten des Burgvereins spürbarer gewesen wäre. Schließlich fließt der Gesamtertrag der Veranstaltung in den Erhalt der Ruine.

Apropos Organisatoren, allen voran Martin und Doris Hanl: Ihr habt das trotz aller Widrigkeiten großartig gemacht! Ich weiß ja, warum ICH nie ein Fest organisieren will. Viel zu anstrengend…


Schöne Veranstaltung

Das Gelände war vergleichsweise klein, das Fest groß. Zwei Musikgruppen (Narrengold und die Feigen Knechte), ein Puppentheater und die Lagergruppen sorgten für ein umfangreiches Programm, die Feuermatrix an den Abenden für einen gelungenen Abschluss. Wobei wir als Lagergruppe uns allmählich ein weniger omnipräsentes Narrengold wünschen. Auf jedem Markt, Jahr für Jahr immer dieselben Musikstücke wird allmählich langweilig. Ich habe Narrengold an diesem Wochenende gemeinsam mit den Feigen Knechten auch in leiseren Tönen gehört – mehr davon, bitte, denn das war eine schöne Abwechslung.

Eine Besonderheit und einer der Höhepunkte des Fests war der Guss einer Bronzeglocke nach Vorbild aus dem 12. Jhd. durch die Familie Kral und Helfer. Leider haben wir davon kaum etwas mitbekommen, abgesehen von den wirklich schönen ersten Probeschlägen am Sonntag. Es gibt aber ein Video davon auf YouTube.

Abendstimmung im Burghof der Burgruine Spilberg.
Abendstimmung im Burghof.
(c) Imago Nuntius

Einen wahren Kaufrausch hat der Schmied mit seinen Gürtelschnallen ausgelöst. Zum Schluss hat er an dem Wochenende sieben oder acht Gürtelschnallen für uns gemacht. Sie sind aber auch wirklich schön gerbeitet.

Bei all dem Lob habe ich aber schon noch einen großen Kritikpunkt: das Essen.

Gekocht wurde für alle Gruppen gemeinsam, was an sich ja eine gute Idee und auch ein guter Service ist. Aber … ist es wirklich notwendig auf einem Mittelalter-Event ausgerechnet Kartoffelgulasch zu machen?? Gut sichtbar für alle Besucher? Es gibt so viele, gute Rezepte, die wenigstens von den Zutaten her passen würden (und übrigens auch viele, die tatsächlich historisch wären) und die man auch für kleines Geld und viele Esser zubereiten kann. Mir ist schon klar, dass ein Mittelaltermarkt kein Museumsevent ist aber Kartoffeln + Paprika?? Das hätte man vermeiden können.


Gut organisierter Abbau

Der Abbau und das Hinunterschaffen der Ausrüstung war ebenso problemlos wie der Aufbau. Nicht zuletzt, weil die Veranstalter in weiser Voraussicht das Fest schon um 16.00 Uhr beendet haben. Dafür vielen Dank an das Orga-Team! Das war wirklich hilfreich. Wir konnten in Ruhe abbauen und einpacken und während wir darauf gewartet haben, dass ein Fahrzeug für uns frei wird, (fairerweise wurden die Gruppen, die am Weitesten zu fahren hatten, als Erstes bedient) haben wir auch schon einen Teil der Ausrüstung zu Fuß hinunter gebracht. Um halb acht konnten wir alle losfahren – eine SEHR gute Zeit unter diesen Umständen.

Ein ganz persönliches, großes Lob und ein Danke an Patrick, der den steilen Schotterweg mit unseren großen, schweren Kisten regelrecht hinunter gelaufen ist. Ich hab ihn schon jederzeit fallen sehen, aber er hat es jedes Mal ohne Probleme bis nach unten geschafft.


Fazit

Es war auf jeden Fall ein schönes Fest. Ich glaube, ich spreche für uns alle, wenn ich sage: jederzeit wieder!


Christa Schwab, 27.7.2016


Weiterführende Links

Fideles Spilberg
YouTube-Video über den Glockenguss


Bildnachweise

Die Fotos in diesem Bericht wurden uns freundlicherweise von Imago Nuntius (Link zu seiner Facebook-Seite) zur Verfüfung gestellt.

 

Borte (Seitenabschluß)