11. Ortenburger Ritter-Spiele

7.6. - 10.6.2007

Ortenburg liegt mitten in der bayrischen Idylle, knapp hinter der Grenze zu Oberösterreich. Man würde dort alles Mögliche vermuten, aber keine Burg. Tatsächlich ist es aber ein sehr hübsches Bild, das sich auf dem Weg den Burgberg hinauf bietet. Die Burg thront klassisch über steilen Abhängen, zu ihren Füssen – etwa auf halber Höhe des Berges - befinden sich mehrere Wiesen und Lichtungen, die man zum Fest- und Lagerplatz umfunktioniert hat. Es war ein kleines Fest, das wir da besucht haben. Auf zwei Lichtungen drängen sich Zelte zu einem Lager zusammen, darüber auf einer Wiese die Händler, Gastronomie und der Turnierplatz.

Authentizität ist hier kein Hauptanliegen. Die diversen Profi- und Amateurgruppen laufen ebenso im Xena-Kostüm herum wie in passender MA-Gewandung. Was die Händler angeht, haben wir auch hier die übliche Mischung aus Ramsch, Kunsthandwerk und Insider-Ware gefunden. Letzteres war leider eher in der Minderzahl.

Das Lager war klein aber liebevoll. Leider war die Tatsache, dass die beiden Wiesen durch einen sehr steilen Weg getrennt waren, dem Lagerbesuch nicht sehr zuträglich. Entsprechend verschlug es recht wenige Leute in diese Richtung.

Leider hatten die Händler am Sonntagmittag schon fast alles verkauft. Das ist schön für sie. Für uns war es ein wenig enttäuschend. Wir konnten dann trotzdem noch ein paar Einkäufe tätigen, aber das war pures Glück.

Es gab keinen Stand mit mittelalterlichem Essen. Also blieben wir beim Nächstbesten, nämlich bei Bratwurst mit Sauerkraut.
Die Tatsache, dass wir ganz offensichtlich auch zur Szene gehörten, bescherte uns dann einige interessante Unterhaltungen mit den Händlern und im Lager und eine ausgesprochen nette Einladung unter ein Zeltdach, als es zu regnen begann.

Etwas übertrieben fanden wir die Eintrittspreise, die auch für Gewandete nicht ermäßigt waren. 7 EU für Erwachsene! Die Aufführungen auf dem Turnierplatz mussten noch einmal extra bezahlt werden – noch einmal 20 EU (!!!) wenn man einen Sitzplatz wollte.

Abseits des Turnierplatzes wurde nicht sehr viel geboten. Wenn man also nicht nur zwischen Lager und Händlern spazieren gehen, sondern auch unterhalten werden wollte, ließ man 27 EU (!!) in Ortenburg.
(Zum Vergleich: Burgfest Burghausen: 3 EU für den Freitag, je 8 EU für Samstag und Sonntag und ein 10 EU-Kombiticket für alle drei Tage. Alle Eintrittspreise inklusive aller Programmpunkte! Und das Burghausener Fest ist ja nun noch eine gute Nummer größer und bietet wesentlich mehr.)

Alles in Allem könnte man wohl sagen: Wäre es nicht so teuer, würde es sich auszahlen nächstes Jahr wieder hin zu fahren, denn das Ambiente war wirklich nett. Angesichts der Preise werden wir einfach noch einmal darüber nachdenken.

Christa Schwab

 

Borte (Seitenabschluß)