Mittelalterfest Traun Mai 2008

Unsere Marktberichte:

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Das wird schon ...

Der Wetterbericht für Purgstall war schlecht. Und hatte nicht Recht.
Der Wetterbericht für Aggstein war schlecht. Und hatte nicht Recht.
Wenn das ständig passiert, wird man leicht zu zuversichtlich.
Der Wetterbericht für Traun war schlecht und ich hab mir gedacht 'Wird schon nicht so schlimm werden' - tja

Nachdem Traun ja nun wirklich nur ums Eck liegt, haben wir uns diesmal dazu entschlossen, unsere Ausrüstung mit unseren Privatautos zum Markt zu bringen und die Kosten für einen Transporter zu sparen 'Weil das ist dann viel einfacher.' - tja ...


Anreise und Aufbau

Der Freitag war schön und warm und das Einladen hat sich, laut Berichten, gestaltet wie Tetris spielen für Fortgeschrittene. Aber es konnte dann doch alles mit einmal fahren pro Auto transportiert werden. Wir waren früh genug da um unsere Autos noch mehr oder weniger kreuz und quer stellen und bequem ausladen zu können.

Interessanterweise gab es in Traun keinen Lagerplan. Wer zuerst da war, konnte sich zuerst den Lagerplatz aussuchen. Unserer war hübsch von einer Seite vom Burggraben samt Fischen und Bisamratten begrenzt, von zwei Seiten vom Weg und an der vierten vom Lager der Foetibus Ritter.


Schönes Marktgelände

Das Gelände in Traun ist überhaupt sehr nett. Von der Größe her gerade richtig, ein sehr schön renoviertes Schloss mit überraschend weitläufigem Schlosshof, ein toller Park und natürlich der sehr ambientige Wassergraben. Nachdem das Schloss fast schon in der Stadt liegt, gibt es natürlich rund herum Häuser und auf einer Seite auch eine Fabrik. Aber durch die sehr dichten Büsche und Bäume haben wir von Beidem nicht allzu viel mitbekommen. Die Brücke über den Wassergraben war aus Stahl und Beton und hätte bestimmt hübscher ausgesehen, wäre sie aus Holz gewesen. Aber man kann nicht alles haben.

Die Toiletten waren dieses Mal sowohl in angenehmer Entfernung als auch immer sehr sauber. Wir haben nie Reinigungspersonal gesehen, aber dem Zustand nach zu schließen muss es welches gegeben haben. Nach Aggstein wirklich eine Erleichterung. Wobei wir aber auch Glück hatten, dass es nur relativ wenige Besucher gab. Bei einem gut besuchten Markt wäre die Toilettenanlage zu klein gewesen.

Apropos Aggstein: Wo wir in Aggstein mit den unteren Enden unserer Zeltezu kämpfen hatten, waren es diesmal die oberen. Die Bäume auf der sehr hübschen Lagerwiese waren wunderbare Schattenspender aber eben auch ein Hindernis für unsere hohen Zelte. Also noch einmal Tetris spielen - Via Nostra vs. Natur.
Schließlich stand aber auch dieses Lager. Strohballen waren Mangelware (es wurden wohl weniger geliefert, als bestellt waren), aber hier hat uns unsere frühe Anwesenheit geholfen und wir konnten noch genügend ergattern. Auch Holz war wohl etwas knapp bemessen und unser Vorrat wurde am Samstag prompt vom Bierbrauer geplündert - auf recht uncharmante Weise, übrigens ("Ich nehm mir da jetzt was"), was er aber später mit Bier wieder Wett gemacht hat.


Angenehmer Beginn

Der Marktbeginn war erst mit Samstag, 14.00 Uhr angesetzt, weshalb wir uns einen sehr gemütlichen Freitagabend gegönnt haben. Stefan und Isolde haben den ersten vollständigen Markt mit uns verbracht und haben sich als freundliche Versorger entpuppt ("Brauchen wir noch was? Wir holen noch alles. Gar kein Problem.") Eis für alle, Alufolie, Ketchup, Nachspeise am Samstag, div.Getränke und noch einige andere Dinge sind da aufgetaucht. Michis Grillfleisch + Eis von Stefan und Isolde + div. Getränke zum Durchprobieren = glückliche Via Nostra Belegschaft.

Der Freitag war ausgesprochen geruhsam, der Samstag Morgen auch. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass ein Mittelaltrmarkt um 14 Uhr beginnt. Statt dem üblichen panischen "Die ersten Touris, Lager tauglich machen!" gefolgt vom Herausstolpern halb gewandeter und dreiviertel schlafender Mitstreiter haben wir diesmal gemütlich und un-A gefrühstückt.


Viele Besucher, viele Gäste

Im Gegensatz zu Aggstein, wo wir das erste Mal unseren Workshop angeboten haben, sind diesmal sogar Leute gekommen und wollten sich von uns etwas beibringen lassen. Der Nachmittag im Lager war vor Allem voller fremder Leute.

Es war mit der Zeit dann – wenigstens für mich – schon recht anstrengend, den Überblick zu behalten, wer nun irgendwie Vianostramitgliedsverwandtschaft war, wer Workshopteilnehmer bzw Workshopteilnehmerangehöriger und wer einfach Absperrungnichtbeachtendertourist. Lauter Leute in Zivil die herumgesessen, –gestanden und -gegangen sind, geredet, telefoniert, fotographiert, gefilmt, gefragt und nach diversen Kindern gesucht haben. Zur Verwirrung haben dann natürlich auch eben jene Kinder beigetragen, die plötzlich überall herumwuselten, auf unserer Sitzgarnitur herumgeklettert sind, Zeug ins Feuer geschmissen und Waffen und Werkzeug mit den Fingern angesehen haben.

Mit einem Wort: ich war dann direkt erleichtert, als wir zum Aufbruch für die Gerichtsverhandlung geblasen haben.

Der Abend war lang und lustig und voller Gäste im Lager. Gregor hat sich schon per Mail sehr nett vorgestellt und ist uns dann in Traun gezielt zugelaufen. Wir haben den potentiellen Nachwuchs dann auch eingesammelt und gleich einmal zu einer Nacht im Lager verdonnert – so als Härtetest.

Außerdem waren da noch Jakob, das Blumenrind und Max. Interessant, was so alles in einem Lager angeschwemmt wird ... "Wir haben eh ein Gästezelt." war an dem Abend wahrscheinlich der meistgesagte Satz.
Achja, und ich darf mich selber zitieren, haben die anderen gesagt "Man muss die Ausrüstung schon warten." Wenn jemand wissen will, warum ich das gesagt habe, und warum die anderen deshalb fast vor Lachen von den Strohballen gefallen sind, dann bitte fragen.

Vielleicht wars auch nur lustig, weil an so einem Abend so ziemlich alles lustig ist.
Und ein Küsschen an Stefan für die rote Grütze mit Vanillesauce. (Ich hab immer noch keine Ahnung, wo er das Zeug plötzlich her hatte ...)


Nasser Sonntag

Der Samstag Abend war vor allem innerlich feucht, der Sonntag Morgen dafür äußerlich.
Wir hatten ja schon öfter etwas Regen und bisher ist es immer noch schön und trocken geworden. Also haben wir guter Dinge gefrühstückt und uns auf den Tag gefreut ... wird die Bemerkung über zu viel Zuversicht vom Anfang dieses Artikels jetzt klarer?

Es hat tatsächlich den ganzen Tag geregnet – mal stärker, mal weniger stark. Und es war ziemlich ungemütlich kühl. Dass sich das dann auch aufs Gemüt schlägt ist zu erwarten. Wir hatten keine Lust, irgendwas zu machen, waren froh, dass kein Besucher Lust auf einen Workshop hatte und fanden die Aussicht auf die Gerichtsverhandlung eher nervig als aufregend. Komischerweise hat sich das – zumindest für mich – gelegt, sobald es angefangen hat. Es hat genauso viel Spaß gemacht wie sonst.


"Das hohe Gericht."

Die Gerichtsverhandlung war wie auch in Purgstall eine gemischte Sache.

Uns hat es großen Spaß gemacht aber wir waren, wie immer, zu leise. Ich glaube, dass wir uns wirklich das nächste Mal um Mikrofone kümmern müssen. Es ist für die Leute einfach schade, wenn sie einen Teil verstehen, weil halt jemand da steht, der eine kräftige Stimme hat, aber alle anderen dafür untergehen.

Ich weiß, ich bin nun wirklich nicht unparteiisch, aber ich fand René brillant (am Sonntag noch besser als am Samstag). Wie gut, dass ich schon mit ihm verheiratet bin, sonst müsste ich ihn jedes Mal, wenn er vorbei geht mit kleinen Plüsch-Hospis bewerfen und dabei hysterisch kreischen.

Wir bedanken uns ganz, ganz herzlich bei den sehr lieben Leuten, die uns geholfen haben, die Gerichtsverhandlung auf die Beine zu stellen.

Ein großes DANKE also an unseren lieben Herrn Arnulf, an Torxes und Schelmut, an Max den Narrenkoch, an die netten und talentierten Leute von den Viatores Vitiosus, an Jakob Marberger (so wa[h][r]s) und natürlich an den würdigen Herrn Bürgermeister von Traun.

Ohne euch hätten wir das nicht geschafft und wenn wir uns das nächste Mal sehen, geben wir einen gemütlichen Becher Met oder zwei aus, in die es dann hoffentlich nicht reinregnet.


Der Markt

Die Auswahl der Händler und Handwerker hätte breiter gefächert sein können. Ich frage mich immer wieder, warum die Veranstalter nicht darauf achten, bei jedem Markt zumindest zwei oder drei Händler einzuladen, die auch für die Szene interessant sind. Ein guter Waffenhändler wäre ebenso willkommen gewesen wie ein Lederhändler, der nicht nur orientalische Schuhe hat. Was macht eine Dame aus dem 12. Jhd mit orientalischen Schuhen? Egal wie bequem und hübsch sie sind ...


Grundsätzlich Gedanken: Die Lücken im Sortiment der Händler

Und was ich bisher auf noch keinem Markt in Österreich gefunden habe: einen Tuch- und Garnhändler (abgesehen vielleicht von Astrids Tuchfärberey, wo aber auch eher das Färben als Handwerk präsentiert wird) und einen Händler mit gutem Handarbeits- und Gewandungszubehör.

Mir ist schon klar, dass ein Teil des Sortiments bei einem Händler auch touristentauglich sein muss aber ich bin sicher, die Szene würde sich auf reine (womöglich noch pflanzengefärbte) Naturstoffe und Garne und gutes Werkzeug stürzen.

Das Selbe könnte auch ein Gewandungsstand ins Sortiment nehmen. Wo sind die Gebändenadeln und die diversen Gebände? Die verschiedenen Schapeln? Die Nestelspitzen? Passende Näh- und Sticknadeln? Stick- und Webrahmen (womöglich auf Bestellung und den Wünschen der Dame angepasst?).

Alles Lücken in der 'Versorgung' der Lagergruppen. Stattdessen muss man sich das, was man nicht selber machen kann, irgendwo im Internet besorgen. Bisher hab ich damit zwar keine schlechten Erfahrungen gemacht, aber eigentlich ist es mir lieber, wenn ich mir mein Zubehör vor dem Kaufen ansehen bzw. ausprobieren kann.
Also ihr Veranstalter: bedenkt, dass ein Markt, auf dem viele MA-Fans herumlaufen, auch Zubehör für MA-Fans bieten sollte – und zwar nicht nur den üblichen Pseudoramsch. Man wird es euch danken.


Hervorragende Unterhaltung

Mit Musik war der Markt dafür aber sehr gut versorgt. Etwas Besonderes waren die ganz leisen Töne von Rhiannon, die sich zu einem kleinen Konzert direkt vor unserem Lager niedergelassen haben. Gekonnt Krachen machen ist auch lustig aber Max und Co sind leise noch besser, wie ich finde.

Auch Arnulf war noch zu Besuch und hat sich seine Getränke ganz klassisch mit Musik verdient. Lieber Arnulf, du bist natürlich genauso willkommen und kriegst auch was zu trinken, wenn du nicht spielst, aber Musik im Lager ist immer wieder ein besonderer Genuss.


Nerviges Ende

Danach sind wir dann noch von Michi mit heißem Griesbrei mit Zimt und Zucker verwöhnt worden. Als kleine Stärkung fürs Abbauen.

Und das haben wir dann auch gebraucht.

Denn dann hatten wir ausgiebig Gelegenheit festzustellen, wie schwer nasse Zeltplanen wirklich sind.
Erfreulicherweise hat das Abbauen des Lagers trotzdem nicht länger gedauert als unsere regulären zwei Stunden. Nochmal Tetris – diesmal aber mit Autos, die man nur einzeln und mit viel Geduld durch ein Chaos an Autos, Wohnwagen, Anhängern und Transportern zum Lagerplatz manövrieren konnte. Wir waren uns nach zwei Stunden einig, dass ein Transporter doch eine sehr gute Idee gewesen wäre.

Danach bei Tina und Markus das alles wieder ausräumen und die nassen Zelte auf den Dachboden schaffen. Dort dann mit Geduld und Kraft so auf den vorhandenen Wäscheleinen verteilen, dass die triefnassen Planen irgendwann auch wieder trocken werden ohne interessante Schimmelmuster zu bilden.

Und ich bin stolz auf mich. Ich als Nichtkämpferin habe jetzt auch eine original Via-Nostra-Fingerverletzung. Ha! Ich hab mir beim Herumhieven der Zeltplanen auf dem Dachboden den Zeigefinger verstaucht. Ich werde ihn mit Stolz vor mir hertragen.
Ich hab euch lieb, Leute!


Christa Schwab, 20.5.2008


Weiterführende Links:

Arnulf das Schandmaul
Torxes von Freygeyst
Viatoris Vitiosus

 

Borte (Seitenabschluß)