Ritter sein ist nicht schwer – die Rüstung dafür um so mehr!

24.4.2012

Ein Referat an der Volksschule Blindenmarkt

Ich wohne in einem kleinen überschaubaren Ort und ich muss gestehen, ich ziehe das ruhige beschauliche Leben auf dem Land durchaus dem Trubel der Stadt vor. Man kennt sich, man grüßt sich, man hilft sich,...

...und manchmal kommt man so zu ganz ungewöhnlichen Ehren.

Vor wenigen Wochen ist genau dieses passiert!

Aber fangen wir mal lieber von vorn an:

Im vergangenen Jahr brauchten einige unserer Mitstreiter dringend neues Schuhwerk und so knüpfte ich den Kontakt zu unserem ortsansässigen Schuhmacher, der sich noch auf das gute alte Handwerk versteht und übrigens auch sehr zu empfehlen ist.

Das doch in der heutigen Zeit recht befremdlich wirkende Schuhwerk erregte die Aufmerksamkeit seiner Gattin – der Klassenlehrerin meiner Tochter – und schon schnappte die „Falle“ zu!

Weibliche Neugier ist unberechenbar und nicht zu unterschätzen und so brachte die gute Frau bald alles über unseren Verein in Erfahrung. Als Resultat ihrer Recherche wurde meine Tochter Theresa mit einer besonderen Aufgabe bedacht. Während sich der Rest der Klasse mit den Vierteln Niederösterreichs beschäftigen durfte, hatte Theresa, gemeinsam mit ihrer Freundin Jasmin, die Aufgabe, der Klasse das Leben und Wirken eines Ritters nahe zu bringen.

Freudestrahlend kam sie nach Hause, den Kopf voller Pläne und Ideen! …und Mama wird den Rest schon richten!

Kurzentschlossen griff ich zum Telefon. Rene war sofort bereit, für eine Fotoserie „von der Bruche zum Schwert“ Modell zu stehen. Na gut, den Anblick des Recken in Bruche habe ich den Kindern dann doch erspart. Sicher wäre das Bild der Kleinen vom herrlichen Ritterdasein nachhaltig gestört worden!

Außerdem haben wir uns Kettenhemd und -haube sowie den Helm geliehen, um den Kindern das Ganze etwas anschaulicher zu machen.

Jeder durfte einmal die Rüstung anziehen.
Jeder durfte einmal die Rüstung anziehen...

Mit Hilfe der unendlichen Weiten des Internets brachten die Kinder auch einen kleinen Text zustande, um mit einfachen Worten das vielseitige Leben eines Ritters zu erklären. Die passende Burg war rasch gemalt, die Gewandung aus der Truhe geholt, ein „Rittermahl“ gerichtet ...und schon ging es los!

Zwei Burgfräulein erzählten einer gespannten Klasse vom harten Werdegang eines Pagen zum Ritter, dem gefährlichen Leben desselben und von der schweren Rüstung, die dieser 'Tag und Nacht' mit sich herumtrug. Unterstützend wurde der 'stärkste' Bub kurzentschlossen in das Kettenhemd gesteckt.

Der Rest der Klasse wollte nun aber nicht hinten anstehen und so hatte ich, die eigentlich nur als Fotografin und Packesel (für die Rüstung) anwesend war, alle Hände voll zu tun, kleine, brave Kinder in große, starke Ritter zu verwandeln.

Ein kurzes Ritterquiz schloss den Vortrag der Mädchen ab: Zum Schluss wurden alle noch zu Ehrenrittern und Ehrenfräulein ernannt.

Abschließend kann ich sagen: Geht es nach den Kindern, wird die Mittelalterszene noch lange fortbestehen.

Antje Etzold, 26.4.2012


Zu dieser Veranstaltung gibt es auch ein paar Fotos in unserer Fotogalerie.

 

Borte (Seitenabschluß)