Besuch in der Hauptschule Oberndorf

4.9.2008


Marketing für Purgstall

Als wir im letzten Jahr mit Kurt und Alex ausmachten, dieses Jahr schon ab Dienstag in Purgstall zu lagern (siehe unser Marktbericht zum Gaudium zur Purg 2008), war als fixer Programmpunkt ein Schulbesuch - als Werbung für den Markt - mit eingeplant.

So besuchten wir am 4.9. die Hauptschule Oberndorf, um den dortigen dritten Klassen etwas über das Mittelalter zu erzählen. Dieser Schulbesuch war für uns in mehrerer Hinsicht eine Premiere. Es war das erste Mal, dass wir es mit Schülern dieser Altersgruppe zu tun hatten, und es war der erste Auftritt überhaupt für unser jüngstes Mitglied Gregor.


Wachsende Anforderungen

Wie bei vielen anderen Projekten, änderte sich auch hier im Laufe der Planungen das Anforderungsprofil ganz gewaltig.

Bei den ersten Planungen war von etwa eineinhalb Stunden die Rede, in denen wir den Kindern etwas erklären und zeigen sollten. Dann stellte sich heraus, dass es zwei Klassen mit rund fünfzig Kindern sein würden, viel zu viel für eine einzelne Gruppe. Und einen Tag vor dem Termin bat dann noch eine dritte Lehrerin darum, mit ihrer Klasse teilnehmen zu können, sodass wir schließlich auf insgesamt etwa 70 Kinder kamen.

So wurde daraus schließlich ein dreistündiger Besuch, bei dem wir mit jeder der drei Klassen etwa eine Stunde verbrachten. Als Veranstaltungsort wurde eine der Turnhallen ausgewählt. So konnten wir in Ruhe die Ausrüstung und diverse andere Schauobjekte zum Vorführen vorbereiten, hatten zwischen den einzelnen Gruppen etwas Pause und konnten sogar kurze Kampfsequenzen vorführen.


Herzlicher Empfang

Da wir bei diesem Schulbesuch fast die ganze Zeit präsent sein und reden würden müssen, beschlossen wir, zu viert zu fahren: Tina, Markus, Gregor und ich. Christa blieb in Purgstall als Lagerwache zurück.

Der Empfang in Oberndorf war ausgesprochen lieb und herzlich. Nachdem wir unsere Ausrüstung in der Turnhalle deponiert hatten, ging es erst einmal ins Lehrerzimmer, wo wir bei einem Kaffee mit der Schulleiterin noch einmal kurz den Ablauf durchsprachen. Naturgemäß kamen dabei auch eigene Schulerinnerungen zurück, und da bis zur ersten Stunde noch etwas Zeit war, erzählte jeder auch die eine oder andere eigene Lehrerzimmeranekdote.


In die Löwengrube

Dann wurde es ernst. Man ließ die Raubtiere auf uns los. Vor der ersten Gruppe hatte ich noch Zweifel, ob wir mit den Kindern zurecht kommen würden. Schließlich war dies die erste Aktion mit dieser Altersstufe. Aber schnell zeigte sich, dass es keinerlei Probleme gab. Die Kinder waren durch die Bank sehr brav, sehr interessiert und sehr begeisterungsfähig. Mir persönlich hat die Arbeit mit diesen älteren Schülern sogar mehr Spaß gemacht als mit jüngeren Kindern, weil wir hier schon viel mehr erklären und Wissen vermitteln konnten.

Es ist klar, dass wir keinen bloßen Vortrag halten dürfen, sondern die Kinder mit einbeziehen müssen.
Unser 'Unterricht' begann daher: "Guten Tag. Wir sind hier, weil wir euch etwas über das Mittelalter erzählen sollen. Wir haben aber überhaupt keine Lust, hier irgend etwas zu arbeiten. Ich als adeliger Ordensritter schon gar nicht. Darum dachten wir, dass wir jetzt Euch etwas über das Mittelalter erzählen lassen."

Da das Mittelalter noch kein Unterrichtsgegenstand war, waren die Ergebnisse wenig überraschend. Entweder die Kinder wussten gar nichts, oder es kamen Begriffe wie 'Ritter', 'Burg', 'Schwert' und 'Kampf'. In der Gruppe, in der gar keine Antworten kamen, war es schwieriger. Bei den anderen war es dann einfach, über die Frage, was ein Ritter tut, wenn er nicht kämpft, zum mittelalterlichen Alltagsleben zu kommen, auf dem unser Unterrichtsschwerpunkt liegt.

In der folgenden Stunde gaben wir dann unser Wissen über die damalige Zeit um Besten. Dabei versuchten wir auch, Vergleiche mit dem heutigen Leben zu ziehen. Wie schnell kommt man mit dem Auto von Oberndorf nach St. Pölten, wie lange hätte man im Mittelalter gebraucht? Was hätten Kinder im gleichen Alter im Mittelalter machen müssen. Was hat man gegessen, was gab es nicht? (Hier gab es wieder die Möglichkeit, die Kinder mit ein zu beziehen.)

Sogar eine Hausaufgabe für die Kinder gab es. Sie sollten bei sich zu Hause, nachdem es dunkel geworden war, die Wohnung mal nur mit einer Kerze beleuchten und schauen, welche Arbeiten sie dann noch verrichten könnten.

Der Höhepunkt war natürlich die Vorführung der Rüstungen und Waffen, und eine kurze Kampfvorführung von Markus und mir. Wir hatten uns diesen Teil ganz bewusst bis zum Schluss aufgehoben, weil wir wussten, dass bei den Kindern danach kaum noch Interesse für etwas anderes bestanden hätte. Bei der ersten Gruppe ging dieses Konzept leider ziemlich in die Hose. Aufgeregt, wie ich war, erzählte ich gleich zu Anfang etwas zum Thema Kampf, und dann wollten natürlich auch alle sofort die Rüstungen sehen.


Erschöpft aber zufrieden

Nach den drei Stunden waren wir alle ziemlich erschöpft. Tina und ich, die wir den größten Teil der Vorträge gehalten hatten, hatten schon richtig raue Stimmen.

Aber wir waren mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden. Den Kindern hatte es Spaß gemacht, und von den beteiligten Lehrern gab es nur positive Rückmeldungen. Und wir hatten das Gefühl, dass die Kinder bei uns wirklich etwas gelernt haben.

In Zukunft möchten wir bei Veranstaltungen mit Schülern dieser Altersstufe die Kinder noch etwas mehr mit einbinden. Dieser Besuch lief noch etwas zu vortragslastig ab.


Fazit

So weit wir das beurteilen können, hat die Veranstaltung allen Beteiligten gefallen und uns hat die Arbeit mit den Oberndorfer Kindern ausgesprochen gut gefallen.

Es kann gut sein, dass wir nächstes Jahr wieder in Oberndorf zu Gast sind. Andererseits hat auch die Schule in Scheibbs schon vernehmen lassen, dass man uns dort erwartet... Mal sehen, was daraus wird.

René Schwab, 20.9.2008

 

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