Fingerloop – Nestelbänderflechten
Das Flechten von Einzelfäden ist eine der schnellsten Möglichkeiten,
stabile und ansehnliche Bänder zu erhalten.
Dabei kann man in der ganz klassischen Zopfmethode drei Fäden verflechten,
aus drei solchen 'Zöpfen' einen dickeren Zopf machen usw.
Oder man kann gleich mit mehr als drei Einzelfäden flechten. Wie zum Beispiel beim Fingerloop, wo man letztlich mit 14 Fäden eine Kordel herstellt, die einem modernen Schuhband recht ähnlich sieht..
Die Funktionsweise
Wie flicht man mit 14 Fäden, ohne einen zu verlieren?
Ganz einfach: man benutzt alle Finger, die man an beiden Händen hat. Beim Fingerloop (übersetzt 'Fingerschlaufe') werden um sieben Finger Schlaufen gelegt. Die resultierenden 14 Fäden werden nun nach einem festgelegten Bewegungsablauf miteinander verflochten.



Was die genaue Technik angeht, möchte ich auf die Seite
zum Fingerloop auf www.flinkhand.de verweisen, wo Alles sehr anschaulich und gut erklärt ist.
Aber ich möchte noch erwähnen, dass das Fingerloopen wirklich
kinderleicht ist. Einfach Flinkhands Anweisungen Schritt für Schritt
folgen – man wird schnell feststellen, dass die Bewegungsabläufe
ganz simpel sind, auch wenn die Erklärung auf den ersten Blick ein
wenig kompliziert klingt.
Am Besten ist es, man lässt sich das Ganze auf einem Markt live erklären. Da wird es dann wirklich einfach.
An sich kann man Fingerloopbänder auch alleine herstellen, allerdings benötigt man für feste, gleichmäßige Bänder ab einer gewissen Länge Hilfe. Es sollte dann nach jedem Arbeitsschritt eine zweite Person das entstehende Gewebe festziehen. Außerdem ist es immer gut, wenn jemand da ist, der einem die Fäden wieder reicht, wenn doch einmal eine Schlaufe von den Fingern springt.
Das Garn
Ich gebe es zu: Zum Fingerloopen verwende ich Baumwollgarn. Von meinen frühen Brettchenwebanfängen habe ich noch einige Knäuel übrig und Baumwollgarn ergibt eine gleichmäßige, haltbare Kordel.
Die Bänder
Fingerloopbänder lassen sich zu Allem verwenden, was irgendwie gebunden werden muss. Sie sind sehr reißfest und man kann sie (vorausgesetzt man hat etwas Hilfe) in so ziemlich jeder Länge herstellen.
Nestelbänder sind der Hauptverwendungszweck und auch die authentischste
Verwendung für die Geflechte. Zum Schnüren von Kleidern, Bruchen,
Mänteln, zum Annesteln von Ärmeln und Beinlingen … alles
kein Problem.
Aber auch zum Zusammenbinden und Befestigen von allen erdenklichen
anderen Dingen sind die Fingerloopbänder zu gebrauchen.
Abschließende Beobachtungen
Fingerloop hat sich – so einfach es letztlich ist – als ein Marktmagnet herausgestellt.
Vielleicht, weil man dazu steht und daher gut sichtbar ist, und weil die vielen langen Fäden (meist um eine Zeltstange geschlungen) spektakulär aussehen. Mit ein klein bisschen Übung (und ich MEINE ein klein bisschen) laufen auch die Bewegungen fast von selber, was wiederum von außen sehr beeindruckend aussieht.
Tatsache ist, dass viele Leute stehen bleiben und zusehen oder auch nachfragen. Da man das Fingerloopen sehr gut und schnell erklären kann, gehen die Besucher auch mit einem benutzbaren Stück Wissen wieder.
Da man sich beim Fingerloopen gut abwechseln kann, halten sich auch Langeweile und Anstrengung bei den langwierigen, gleichförmigen Bewegungen in Grenzen. Dazu kommt: Fingerloop ist keine konzentrationsintensive Arbeit und lässt daher viel Platz fürs Reden über Gott und die Welt.
Christa Schwab